Foto: Elke Bitzer. Kneipp-Becken in Beuren/Hochwald

Sebastian Kneipp und das Impfen­

Als Sebastian Kneipp noch lebte, existierte tatsächlich ein Impfzwang gegen die Pocken. Heute heißt es überall, daß durch die Pockenimpfungen diese Seuche "ausgerottet" wurde.

Doch wer die überaus zahlreichen Zeitdokumente aus dem 19. und angehenden 20. Jahrhundert gründlich studiert, kommt zu anderen Schlüssen. Es gibt umfangreiche Berichte aus dieser Zeit, die aufzeigen, welch ein Elend diese Impfungen über die Menschen gebracht haben, besonders über Kinder.

 

Der Geschichtsvergessenheit entgegenzuwirken habe ich eine kleine Auswahl an historischen Zeitdokumenten untenstehend kopiert. Zuerst führt Sebastian Kneipp selbst das Wort, dann sein Prior und Nachfolger Bonifaz Reile und am Schluß eine besorgte Mutter.

 

 

 

 

Sebastian Kneipp, aus seinem Buch:

Kinderpflege in gesunden und kranken Tagen (1890):


Das Impfen
Es gibt ein Gesetz, welches die Eltern verpflichtet, ihre Kinder impfen zu lassen. Weil die Regierungen meinen, eine Pockenepidemie müsse, wie dies früher vorgekommen, Tausende Menschen vernichten, zwingen sie ihre Untertanen, sich mit einer Kälberkrankheit impfen zu lassen. Obwohl doch gar keine Epidemie in Aussicht ist.
Weil nun, wer an einer Blutvergiftungskrankheit leidet, nicht so leicht eine zweite dazu bekommt, glaubt man, wer den Kälber-Eiter ins Blut bekommt, werde nicht an den schwarzen Blattern erkranken. Dieser Schutz dauert aber höchstens ein paar Monate, während doch der Mensch nur zwei- oder dreimal im Leben geimpft wird.


Durch die Impfung erkranken viele Kinder schwer und einige sterben auch alljährlich, viele aber bleiben elend und schwächlich. Infolgedessen werden sie leicht von Krankheiten, wie Diphtheritis, Schwindsucht und anderen befallen. Diejenigen Völker, welche geimpft sind, zeigen die meisten und schwersten Diphtheritis-Erkrankungen. Viele Hunderttausende verlangen deshalb die Abschaffung der Impfgesetze. Wenn wirklich eine Pockenepidemie droht, kann man sich besser schützen; auch sind die Pocken bei Wasserbehandlung gar nicht gefährlich. Die Impfung ist viel gefährlicher.


Früher gab es über das Impfen zwei Ansichten; die eine lautet: Das Impfen der Kinder weckt die im Körper ruhenden Krankheitsstoffe, leitet sie aus und trägt dadurch zum Gedeihen des Kindes bei. Daran glaubt aber heute auch kein Impffreund mehr. Die andere Ansicht behauptet: Durch das Impfen werden alle möglichen Krankheiten in den Körper gebracht. Dieser letzteren Anschauung ist es zuzuschreiben, daß sehr viele Eltern ihre Kinder recht ungern impfen lassen wollen und nur dem gesetzlichen Zwang gehorchen.


Wo kein Impfzwang herrscht, wie in Frankreich, Holland, Belgien, Italien, Nordamerika, oder nur ein indirekter, wie in Österreich und Dänemark, verzichten recht viele Eltern auf dieses „Gesundheitsmittel“.


Mein Urteil über den Wert des Impfens beruht nicht nur auf bestimmter und langjähriger Erfahrung, sondern auch auf fester Überzeugung. Die meisten Patienten, die zu mir kommen, sind allseitig verlassen; sie finden nirgends mehr Hilfe. Unter ihnen sind sehr viele, bei denen klar nachgewiesen ist, daß ihre Krankheit als eine Wirkung und Folge des Impfens angesehen werden muß: genau nach dem Impfen hat ihre Krankheit begonnen.


Kürzlich brachte man mir ein vierjähriges Kind, dessen Gesicht von einem so kräftigen Ausschlage bedeckt war, daß der ganze Kopf voll Geschwüre war und die Augen fast erblindet waren. Alle seit drei Jahren angewandte ärztliche Hilfe war vergebens gewesen. Die Mutter erklärte ganz bestimmt, ihre übrigen Kinder seien vollkommen gesund gewesen. Sie pflege ihre Kinder aufs beste, schaue auf große Reinlichkeit und gute Kost, sodaß sie nur dem Impfen die Schuld an dem körperlichen Elende ihres Kindes beimessen könne. – Solche und ähnliche Fälle könnte ich aber noch viele anführen.


Soll es notwendig sein, bei heranwachsenden Kindern angehäufte Krankheitsstoffe aus dem Körper zu treiben, so findet man ja doch gerade in der Wasserkur die allerwirksamsten Mittel, diese Austreibung mit Leichtigkeit zu bewerkstelligen. Wozu dann das Impfen? Man bringe mir Hunderte von solchen Kindern, wie das oben beschriebene; mögen sie auch über und über von Ausschlag bedeckt sein oder auch Geschwüre am Körper haben, so werde ich sie doch alle mit Leichtigkeit heilen, vorausgesetzt, daß sie sonst gute Organe besitzen. Durch meine Erfahrung belehrt, sage ich, daß das Wasser, vernünftig angewendet, jeden Krankheitsstoff austreibt.


Das oben erwähnte Kind wurde innerhalb vier Wochen geheilt, und zwar auf folgende Weise: es bekam wöchentlich anfangs dreimal, dann zweimal, endlich einmal ein in warmen Heublumenabsud getauchtes Hemd angezogen und wurde dann anderthalb Stunden lang in eine gewöhnliche Decke gewickelt. Das Kind wurde täglich mit kaltem Wasser abgewaschen; an die Stelle des Abwaschens trat später ein Halbbad. So wurde vier Wochen lang fortgefahren. Dem Kinde wurde dabei kräftige Kost gegeben und bald befand es sich in bestem Zustande.

 

Aehnlich kranke Kinder sind schon zu Dutzenden von mir geheilt worden, ein sicherer Beweis, daß man im Wasser ein unvergleichliches Mittel hat, Krankheitsstoffe aufzulösen, auszuscheiden und die Natur zu kräftigen. Ich würde ein Gesetz für besser halten, nach welchem alle Kinder monatlich ein- bis zweimal so ein Heublumenhemd anzulegen hätten, und bin der vollsten Überzeugung, daß Kinder, so behandelt, die Blattern nicht bekämen.


Wie bei Kindern, treten auch bei Erwachsenen recht viele Krankheiten auf, die nach Angabe der Kranken vom Impfen herrühren, denn, wie sie sagten, seien sie erst seit dem Impfen krank und habe sich bei ihnen ein von der Medizin nicht mehr heilbares Uebel entwickelt. Ich kenne solche Fälle genug. Anstatt daß also das Impfen, wenn es den ihm beigelegten Wert haben soll, die Krankheitsstoffe ableitet und austreibt, stürzt es viele Leute erst ins leibliche Elend durch Ausschläge und sonstige schlimme körperliche Zustände.


Wenn nun eine Mutter oder Pflegerin merkt, daß sich nach dem Impfen am Kinde ein Ausschlag zeigt, sei es am Kopf, an den Augen oder an einem anderen Körperteil, so soll sie mit dem Kinde verfahren, wie ich bei dem mit Ausschlag bedeckten Kinde getan.

 

Neuerdings impfen Aerzte gesunden Menschen auch noch andere schwere Krankheiten ein, um sie so vor einer natürlichen Krankheit zu schützen. Man kann darin geradezu ein Verbrechen und eine Gotteslästerung erblicken. Gott hat den Menschen so vollkommen geschaffen, daß derselbe keinen anderen Schutz braucht, alsdie Verfolgung der Naturgesetze ihm gewährt.

 

 

Zwei Artikel aus den Kneipp-Blättern von 1909/10

(betr. Pockenimpfung, frühere Bez.: Blattern)

(Aus: Kneipp-Blätter – Zeitschrift für arzneilose Heilmethode und naturgemäße Lebensweise.

Herausgeber: Ludwig Auer, redigiert von Bonifaz Reile. 1909 und 1910;

Bonifaz Reile war Prior der Barmherzigen Brüder in Wörishofen und Nachfolger Sebastian Kneipps)

 

Das Gesetz, nach welchem die Kinder dem Impfzwange unterliegen, ist für die Eltern eine ziemlich harte Plage, zumal die heutige Erfahrung traurige Beispiele von den Folgen der Impfung aufzuweisen imstande ist. Mag man sich die Augen noch so sehr verschließen, um nichts zu sehen, und die Ohren verstopfen, um nichts zu hören, es kann nicht geleugnet werden, daß nicht nur einzelne, sondern viele Kinder nach dem Impfen erkranken und entweder langsam hinsiechen oder nach kürzerer oder längerer Frist sterben.

 

Daß das Volk einen Abscheu gegen dieses Gesetz hat, möge den gesetzgebenden Körperschaften ein Fingerzeig sein, daß es doch besser wäre, den Impfzwang aufzuheben. Gerechtfertigt ist er nie, mag man noch soviele Beweise zu seinen Gunsten ins Feld führen wollen; denn man hat ebensoviele Gegenbeweise. Ich halte dafür, daß die Impfung eine verkehrte Immunisierung ist; wer weiß, ob nicht der eingeimpfte Giftstoff eine schlechte Blutmischung für das ganze Leben herbeiführt? Vielleicht ist der Grund zu vielen Krankheiten, anstatt beseitigt, herbeigeführt worden.

Die Erfahrungen mit dem Impfen sind heute nicht gerade die rosigsten.

 

Blattern (Pocken)

Was Scharlach im Kleinen, das sind die Blattern im Großen. Giftig ist schon der Scharlach, giftiger sind die Blattern, seien es die weißen oder die schwarzen. Die Behandlung bleibt für alle Fälle dieselbe. Man sagt gewöhnlich, wenn die Blattern nicht hervortreten, so müsse der Kranke daran sterben. Darum kann nichts besseres getan und sorgfältiger getan werden, als so schnell wie möglich den Blatternstoff an die Oberfläche der Haut zu leiten, um so im Innern die ärgste Vergiftung zu verhüten und eine rasche Ableitung vorzunehmen.

 

Solange ich denke, besteht das Gesetz, daß jeder geimpft werden muß, das sogenannte Impfgesetz. Die erste Impfung erfolgt in den ersten Kinderjahren, die zweite gegen Ende der Schuljahre, und zum letzten Male wird der Mensch geimpft bei seinem Eintritt in den Militärdienst.

Durch Jahre hindurch ist ein gewaltiger Streit entbrannt zwischen den Anhängern und Gegnern der Impfung.

Ich bin der vollen Überzeugung, daß das Impfen absolut unnötig ist. Worin besteht denn eigentlich der Zweck des Impfens?

Nach Aussage der Ärzte ist das Impfen dazu bestimmt, alle schlechten Stoffe aus dem menschlichen Körper zu vertreiben. Dazu, meine lieben Leser, ist das Impfen durchaus nicht notwendig; denn hierzu leistet die Hydrotherapie bedeutend besser und wirksamere Dienste. Wer das Wasser richtig anzuwenden versteht, dem wird es nicht schwerfallen, alles ungesunde aus seinem Körper zu entfernen. Von den schlechten Folgen, die durch das Impfen entstanden sind, könnte ich genug Beispiele anführen; doch was würde das helfen? Das Gesetz besteht nun einmal und muß auch befolgt werden, wenn man nicht eine Strafe zuziehen will.

 

Doch kommen wir jetzt auf die Blattern zu sprechen. Die Art der Blattern spielt bei der Hydrotherapie jedoch keine Rolle, denn das Wasser wirkt in sämtlichen Fällen nur lindernd und stärkend. Wenn die Blattern sich im Anfangsstadium befinden, so gilt es, schleunigst mit Wasser einzuwirken.

 

Im Dominikanerrnnenkloster dahier war vor mehreren Jahren eine Abteilung Soldaten einquartiert. Trotzdem sie alle, wie sie mir mitteilten, geimpft waren, wurden sie doch von den Blattern ergriffen. Diese traten in solch bösartiger Form auf, daß in wenigen Stunden schon fünf Mann Opfer dieser heimtückischen Krankheit wurden. Im Ganzen wurden etwas zwanzig Personen im Kloster von den Blattern heimgesucht. Zwei Ordensschwestern raffte der Tod so schnell dahin, daß man nicht einmal bestimmen konnte, an welcher Krankheit sie gestorben waren. Auch im Dorfe hatte sich die Krankheit so schnell verbreitet, daß sehr viele Personen, ja oft ganze Familien, an den Blattern krank darniederlagen. Ich selbst verspürte alle Anzeichen davon, und auch der Arzt versicherte mir, daß ich in höchstens drei Tagen von den Blattern befallen werde. Um dieser Gefahr vorzubeugen, nahm ich von der selben Minute an jede Stunde ein Halbbad. Nachdem ich mehrere Bäder genommen hatte, wurde mir schon bedeutend leichter; das Fieber und der Durst ließen nach und nach achtzehn Stunden fühlte ich schon gute Besserung. Die verlorenen Kräfte stellten sich wieder ein und nach weiteren sechs Stunden konnte ich das Bett verlassen. Wer die Wirkung des Wassers kennt und dasselbe richtig anzuwenden versteht, dem wird es nicht schwer fallen, Hilfe zu bringen. Die Symptome und Vorboten der Blattern sind:

Abgeschlagenheit und Schwäche, heftiges Kopfweh und Fieber; es fehlt überall; Appetitlosigkeit und Schlaflosigkeit sind die beständigen Begleiter dieser Krankheit.

 

Während der Dauer meiner Krankheit waren schon viele andere Personen im Dorfe von den Blattern erfaßt worden. Mein erster Gang galt natürlich diesen Kranken. Wo die Krankheit erst im Entstehen war, verfuhr ich gerade so, wie ich es bei mir selbst getan hatte, und zwar bei allen mit Erfolg. Waren die Blattern dagegen schon weiter fortgeschritten, so ließ ich den Kranken täglich ein in warmen Heublumenabsud getauchtes Hemd anziehen, um eine erhöhte Ausleitung der Krankheitsstoffe zu bewirken und dem starken Umsichgreifen der Blattern entgegenzuarbeiten.

Außerdem mußte dann jedesmal etwa zwei- bis viermal ein Halbbad oder eine Ganzwaschung vorgenommen werden. Bei einigen Patienten habe ich auch Wickel verordnet, um die Wirkung derselben zu erproben; dabei habe ich gefunden, daß die erstere Behandlungsweise die einfachste, sicherste und zweckmäßigste ist. Fährt man mit dieser Anwendung ungefähr zehn bis zwölf Tage fort, so wird man die Krankheit bald beseitigen und braucht vor Rückfällen keine Angst zu haben.

In Bezug auf die innerlichen Anwendungen bleibt auch hier mein Hauptgrundsatz: Man soll nichts essen, wenn kein Appetit vorhanden ist, und trinken soll man nur in kleinen Portionen. Bier, Schnaps und Wein rate ich niemals, höchstens Wasser mit ein wenig Wein vermischt, weil Wasser allein den Kranken leicht widersteht. Eingekochte Früchte, in Wasser aufgelöst, geben ebenfalls ein gute kühlendes Getränk. Honigwein ist auch sehr zu empfehlen. Manchmal verordne ich noch Tee, und zwar Wermut- und Tausendgüldenkraut-Tee oder Tormentill-Tee, einen Löffel voll jede Stunde.

Wenn nach überstandener Krankheit die Anwendungen noch fortgesetzt werden, z. B. in der Woche ein Halbbad oder täglich eine Ganzwaschung genommen wird, so wird sich der Kranke nicht nur schneller erholen, sondern sich auch einer besseren Gesundheit zu erfreuen haben.

Sechs Personen, die an den weißen Blattern erkrankten, wurden geheilt, indem dieselben so oft gewaschen wurden, als die Hitze recht groß, die Bangigkeit fast nicht auszuhalten war. Anfangs war es jede Stunde notwendig, später alle zwei Stunden, nach längerem Verlauf im Tage nur noch zwei- bis dreimal. Am siebenten Tage waren die sechs Kranken vollständig gesund. Gegessen haben sie fast nichts, was am besten ist, getrunken ziemlich viel, was nicht schadet, wenn nur in kleinen Portionen getrunken wird. Das alle Patienten dies beachten! Viel trinken, auf einmal, löscht den Durst nicht nachhaltig und vermehrt die Bangigkeit.

Ich selbst mußte oft staunen, wie durch obige Behandlungsweise, durch die einfachen Waschungen, die Blattern stets auf der Oberfläche der Haut erschienen. Sie zeigen sich als kleine, spitzige Erhöhungen, aus der Haut hervortretend, ähnlich den Fröschen, die über das Wasser hervorschauen.

Man wasche ohne die geringste Scheu! Je bälder und pünktlicher solches geschieht, desto schnell entwickeln sich die Bläschen, desto rascher wird der Giftstoff ausgeleitet. Ehe er zu den Geschwüren sich entwickeln kann, wird er, wenn ich so sagen darf, gleichsam weggewaschen.

Noch eines: Man gönne dem Kranken auch die frische Luft, die ehedem sosehr mißgönnte und gefürchtete. Immer sei eine, wenn auch kleine Stelle geöffnet, bei der sie eindringen kann. Das Waschen geschehe so schnell, daß höchstens eine halbe Minute zu einer Waschung gebraucht werde. Auf diese Weise können bei Erwachsenen ebenso leicht die Blattern wie bei den Kindern der Scharlach geheilt werden. Man merkt zwar noch, daß die gelindeste Anwendung die beste ist.

 

Vier Personen litten an denselben Blattern. Sie wurden geheilt, indem sie statt der Waschungen täglich zwei- bis dreimal ein nasses Hemd anzogen, welches der spanische Mantel gut ersetzt hätte. Nach einer Stunde wurde das Hemd abgenommen und erst wieder angelegt, wenn Hitze und Bangigkeit groß waren. Die letzten Tage geschah dieses höchstens noch ein- bis zweimal. Nach acht Tagen war die ganze Kur vorüber und von den schrecklichen Narben, die manches Antlitz fürs ganze Leben entstellen, war keine, auch nicht die geringste Spur zu sehen.

 

Fritz kann nicht mehr gehen, er ist totmüde an allen Gliedern. Sein Aussehen ist zum Erschrecken. Heftiges Kopfweh und lästige Übelkeiten befallen ihn, und es drückt ihn gewaltig auf der Brust. Man ruft den Arzt. Dieser erklärt, das seien sichere Anzeichen der Blattern; es brauche indes zur Entwicklung derselben noch drei Tage. Ein Abführmittel könne nicht schaden, sonst aber lasse sich nichts tun. Fritz war damit nicht zufrieden, und da er vom Wasser gehört hatte, ließ er sich eine Wanne mit Wasser ins Zimmer bringen, unmittelbar neben das Bett. Jede Stunde steigt er ins Wasser und wäscht sich mit einem rauhen Handtuch kräftig ab; in ganz kurzer Zeit, in kaum einer Minute, ist jedesmal die Arbeit fertig. Innerhalb achtzehn Stunden hat sich der Kranke achtzehnmal gewaschen. Bevor der Arzt wiederkam, war Fritz gesund und seinem Blatternansatz gründlich geheilt. Gegessen hatte er in dieser Zeit nichts und getrunken nur das liebe Wasser.

 

Bald darauf hörte ich von einem Freunde, daß er, meinem Rate folgend, ganz auf diese Weise vier bis fünf Personen, die plötzlich vom Fieber befallen worden waren, und bei denen mit Grund der Ausbruch der Blattern befürchtet wurde, in wenigen Tagen heilte.

 

Herrschen an irgendeinem Orte die Blattern, Scharlach, Ausschlagkrankheiten, und zeigen sich Krankheitserscheinungen, so beginne man möglichst bald mit der Anwendung. Ein zuwartendes, rein beobachtendes Verfahren, „was da wohl sich entwickeln möge“, ist stets von Übel. Das Feuer greift weiter und verzehrt rasch die Kräfte. Wer sofort löscht, löscht am leichtesten. Nach wenigen Tagen schon kann die Rettung zu spät kommen.

 

Sobald ein Kind oder ein Erwachsener über Kopfweh, Beengung, schweren Atem, Husten, klagt und sagt, daß aller Mut gebrochen, alle Kraft gelähmt sei, so sind dieses ebenso viele Fingerzeige, daß die Zeit der Anwendung gekommen. Selbst in Fällen, in denen man sich täuschte, können sie nie schaden bringen. Im Allgemeinen wiederhole ich an dieser Stelle folgende Regeln:

Die Waschungen seien so kurz als möglich und erstrecken sich auf den ganzen Körper des Patienten.

Das Zudecken (Abschließen der äußeren Luft) nach der Anwendung geschehe sorgsam, nicht zu übermäßig. Man sorge für stete Erneuerung der frischen Luft (gute Lüftung) und verhüte nur, daß der Luftstrom dem Kranken direkt in das Gesicht wehe.

Die Wiederholung des Waschens bei jedesmaligem Steigen der Hitze und der Bangigkeit werde genau eingehalten. Niemals dränge man einen Kranken, insbesondere einen Schwerkranken, zum Essen. Der Magen kündnigt durch Hunger an, wenn er zur Arbeit wieder aufgelegt ist. Aufgedrungene Speisen läßt er unverändert liegen. Sie belästigen und sind zuweilen ein Haupthindernis der Genesung, zuweilen die einzige Ursache eines Rückfalles. Welche Torheiten werden in dieser Beziehung oft, sehr oft aus Unwissenheit, besonders auf dem Lande, begangen! Alles kommt zum Krankenbett und nötigt in übelverstandenem Eifer und in schlimm wirkender Wohlmeinung das Essen, das Trinken, auf. Man bringt dem Kranken Süßigkeiten usw., was in solchem Zustand die Wirkung eines Giftes hat. Man begeht, wie gesagt, unglaubliche Torheiten und sündigt unwissend schwer gegen die Gesundheit.

 

Man hat bereits mancherorts begonnen, bei Blatternepidemien, das Wasser als Heilmittel anzuwenden, in vielen Fällen leider viel zu schroff und abschreckend. Es wäre nur zu wünschen, das die Anwendung noch viel allgemeiner und in der Praxis viel gelinder, leichter würde; zahlreiche Menschenleben könnten so gerettet werden. Nach meinen bisherigen Erfahrungen wage ich die Behauptung: kein an Blattern Erkrankter, der nicht außer den Blattern ein anderes schweres Leiden hat, würde (wenige Fälle ausgenommen) dieser Krankheit unterliegen.

 

So oft ich lese, wie in einem Jahre Hunderte und Tausende von dieser Seuche, vielmehr der ihr vorangehenden und sie begleitenden Fieberhitze hinweggerafft werden, wandelt mich große Schwermut an. Das Löschmittel steht parat, aber oftmals wird kein Tropfen zur Kühlung, zum Auslöschen der Hitze verwendet. Wer versteht solches? Daß doch die Wirkung und Heilkraft des Wasser endlich zur vollen Geltung käme!

 

Die Heilung der Blattern durch Wasser hat noch den speziellen Vorteil, daß der Giftstoff nie tief einfrißt, und daß deshalb nach solcher Behandlung niemals die entstellenden Blatternnarben das Gesicht fürs ganze Leben kennzeichnen. Die Waschungen, welche wir in unseren obigen Fällen verordnet haben, können ersetzt werden durch den spanischen Mantel, den man täglich zweimal, bei großen Hitzen dreimal umlegt, je eine bis eineinhalb Stunden lang. Man versäume es nie, nach jeder Anwendung den Mantel sorgfältig auswaschen zu lassen; er enthält jedemals eine Menge giftiger Stoffe.

 

 

Vom Impfen

Es gibt zwei Parteien in der Impffrage; die eine ist dafür, die andere entgegen. Ich wurde auch geimpft, als ich achtzehn Jahre alt war und schon nach einigen Tagen bekam ich tüchtige Pusteln auf dem Arme. Ich war damals bei einem Weber in Arbeit und mußte angestrengt arbeiten. So ist der Giftstoff wieder aus dem Körper herausgetrieben worden, und die Sache ist gut abgelaufen. Meine Schwester wurde damals auch geimpft, sie war ungefähr ein Jahr jünger als ich. Vorher war sie ganz gesund, hatte ein blühendes Aussehen und eine kräftige Natur. Nach zwei Jahren hatte sie auf einmal den guten Humor verloren; ihre Kräfte hatten nachgelassen, und das blühende Aussehen war verschwunden. Sie fing an zu kränkeln, bekam öfter Krämpfe und war innnerhalb sieben Jahren fast immer zu Bett. Alle ärztlichen Mittel waren ohne Erfolg; es stand dreizehn Jahre an, bis sie sich halbwegs erholt hatte und wieder gehen und arbeiten konnte. Doch zu ihrer früheren Gesundheit ist sie nie wieder gekommen. Ein mir bekannter Arzt sagte, es sei die Kränklichkeit eine Folge des Impfens, und die Schwester werde einmal eines raschen Todes sterben. Und so geschah es auch später. Eines Tages starb sie an Blutsturz. Der Giftstoff ist bei ihr ins Blut gedrungen und hat aufs Herz gewirkt.

 

Wenn nach dem Impfen keine Pusteln kommen, die den Giftstoff wieder heraustreten lassen, so soll man ein Hemd, in Heublumenabsud getaucht, warm anziehen oder einen Heublumenwickel machen und dies drei- bis viermal täglich wiederholen. Dann wird aller schädlicher Stoff herauskommen. Der Schöpfer hat aber den Menschen gar nicht erschaffen, damit man ihm den Giftstoff von einer Kuh einimpfen soll. Wenn Blattern kommen würden, so würde ich sagen: Kein Kind soll geimpft werden. Warum soll man den Blatternstoff nicht ebensogut mit dem Wasser ausleiten können wir die anderen Krankheitsstoffe? Wenn ein Kind voll Blatternstoff ist und die Blattern sich nicht entwickeln können, so ziehe man ihm ein Hemd an, in Essig- und Salzwasser getaucht, und lege das Kind zu Bette, lasse es ruhig schlafen und wiederhole von Zeit zu Zeit die Einwicklung!

 

[...]

 

Ich selbst habe viele Blatternkranke mit Wasser kuriert und niemand ist bei dieser Behandlung gestorben. Schließlich fing es bei mir auch an. Ich fühlte große Müdigkeit, hatte keinen Appetit und wurde von heftigen Kopfschmerzen gequält. Der Arzt verordnete mir Salz, das man sonst den Kühen gibt; jedoch das schmeckte mir nicht. Ich ließ mir nun, als ich mich gar so schlecht fühlte, ein Schaff mit kaltem Wasser ans Bett bringen, setzte mich hinein und wusch den Oberkörper ab. Darauf ging ich sofort wieder zu Bett und fühlte mich bald sehr wohl. Nach einer Stunde empfand ich wieder Kopfweh und Entkräftung und ich wusch mich wieder ab. So machte ich es alle Stunden und die ganze Nacht hindurch. Morgens war das Wasser gar so schmutzig geworden, und ich ließ frisches bringen. So habe ich mich achtzehn Stunden lang alle Stunde gewaschen, dann fühlte ich mich pudelwohl und hatte Appetit. Auch bei anderen habe ich es so probiert.

 

Auf dreierlei Art habe ich kuriert; die einen ließ ich Kopfdämpfe nehmen und recht schwitzen, die anderen mußten Wickel, nasse Hemden oder den spanischen Mantel anziehen, den dritten verordnete ich die Waschungen, und ich fand, daß letztere Anwendung am leichtesten auszuführen war und am schnellsten wirkte. Die Wasseranwendungen haben den Giftstoff immer ganz herausgetrieben. Es wurden schon Kinder zu mir gebracht von zwei bis sechs Jahren, welche in Folge des Impfens das Gift in die Augen, Ohren und andere Organe bekommen hatten. Während sie vorher ganz gesund gewesen, waren sie jetzt in ärmlichstem Zustande. Durch die Wasseranwendungen sind sie alle geheilt worden. Vor kurzer Zeit wurde ein Mädchen gebracht, das seit dem Impfen ein Ausschlag im Gesicht hatte, der sich schließlich zu Wucherungen im Fleische ausbildete. Sie wurde auch geheilt. Ein anderes Mädchen hatte eine Krebsgeschwulst am Arme. Sie erzählte, nach dem Impfen sei ihr ein blauer Fleck geblieben, der nur beim Anrühren etwas schmerzte; nach und nach sei er größer geworden und es habe sich ein Geschwür gebildet, so groß wie ein Hühnerei. Jetzt, nach zehn Jahren, erklärten die Ärztes dieses Geschwür für Krebs, und wollten es operieren; sonst sei keine Hilfe mehr möglich. Ich wirkte auf ihren Körper durch starke Wasseranwendungen ein und legte Topfenkäs auf die kranke Stelle. Nach drei Wochen war sie geheilt. Sobald das Gift beim Impfen sich in den Bläschen (Pusteln) niederlegt, so tuts nichts; wenn es aber in den Körper geht, so kann es schrecklich umtreiben.

 

Ein Mädchen kam einmal mit Blattern an der Hand; sie war im Dienst, und da hatte die eine Kuh am Euter Pocken gehabt. Ich ließ das Mädchen die Hand in Heumblumen stecken und sie wurde geheilt. Früher wurde von Kindern, welche die größten Pusteln hatten, der Impfstoff genommen. Man konnte da auch leicht Krankheiten mit einimpfen, welche die Kinder von ihrer Mutter ererbt hatten. Einst wurden zur Cholerazeit zwei Priester, welche zwanzig Stunden voneinander entfernt wohnten, mit Stoff von demselben Kinde geimpft, und bald bekamen beide die Gelbsucht so stark, daß man für ihr Leben fürchten mußte. In diesem Falle erklärten auch die Ärzte die Krankheit für eine Folge der Impfung. Das Impfen wirkt, wie aufs Blut, so auch auf die Leber und andere Teile des Körpers ein. Geimpft muß nun aber werden nach dem Gesetzt. Aber ich bedaure nur, daß man nicht durch Waschungen, Wickel, etc. einwirkt. Ich halte das Impfen für das größte Unglück.

 

Für gefährlicher aber noch als der Stoff, der durch das Impfen herauskommt, halte ich die Verweichlichung, in welcher die Kinder aufgezogen werden. Alle Kinder sollten von frühester Jugend ans kalte Wasser gewöhnt und nicht so verzärtelt werden. Die Mutter sollte sorgen, daß sie gesunde Kinder erziehe. Man gehe zu den Landleuten, bei welchen die Kinderpflege am schwächsten, der Aufwand am geringsten ist; da wird man die besten und gesündesten Kinder finden.

Wie grundfalsch, wie erbärmlich ist die Erziehung bei den höheren Ständen! Die Eltern sind zu unwissend, als daß sie es wagten, ihre Kinder kalt zu baden, barfußlaufen zu lassen, natürlich zu kleiden und gesund zu nähren.

Komme ich zu Kranken, so ist gleich die erste Frage: Darf ich ein Bier, einen Wein trinken? Darf ich dem kleinen Kinde ein Weinlein geben?

Guter Gott, du weißt, wie verkehrt und läppisch wir sind, die Kinder so zu erziehen! Ich habe oft gedacht: Hätte ich doch tausend Mütter hier, denen ich es ein paar Tage hindurch recht ans Herz legen könnte, vernünftig in der Erziehung zu sein.

 

Ein großer Fehler ist auch der, daß man die Kinder zu früh zur Schule schickt; da ist der Schulranzen bald größer als das Kind selbst. Namentlich die geistig etwas schwächer entwickelten Kinder sollte man nicht so früh quälen. Als ich in München war, war gerade eine Schule aus; es waren wirklich armselige Kinder unter den Schülern. Einige wurden geführt, andere halb getragen. Da war bei vielen schon der Anfang zur Nervosität, Blutarmut, Bleichsucht und Verkümmerung vorhanden. Ich ging gerne wieder heim, als ich dies sah. Früher haben die Kinder barfuß im Schnee gewatet.

Die Mädchen schämten sich, wenn sie es den Buben nicht gleichtaten. Das waren aber blühende Kinder. Ich selbst war erst mit einunzwanzig Jahren Student und habe meine Sache doch noch früh genug gelernt. So kam auch ein Bauernkneckt, zwanzig Jahre alt, zu mir; dieser wollte gerne wissen, wie ich es angefangen. Ich habs ihm gesagt, und jetzt ist er Pfarrer, zwar kein Doktor, aber ein ganz gescheiter Mann. Ein anderer war zweiundzwanzig Jahre alt und wollte das Studieren noch anfangen; ich habe ich einen Rat gegeben, wie ers machen soll, und jetzt ist er auch Pfarrer. So habe ich schon fünfen den Weg gezeigt, und sie sind alle zu ihrem Ziele gekommen. Es ist dies ein Beweis, daß, wenn der Körper gesund ist, auch der Geist, die Seele gesund ist, und daß man bald das Notwendige lernen kann. Habt ihr also abgehärtete, gesunde Kinder, so könnt ihr den Blattern ruhig entgegengehen; da hilft sich die Natur selber.

 

Von dem Impfgift aber will ich nichts wissen; die Gifttropfen wirken heimtückisch im Organismus, oft erst nach Jahren zeigen sich die Folgekrankheiten der Impfung. Mich geht die Sache zwar nichts an; ich habe sie ja auch nicht wissenschaftlich durchgeführt, aber ich stehe nicht allein mit meiner Ansicht. Recht viele Ärzte klagen, oder noch viel ärger, sie schimpfen über das Impfen. Und so wie ich einige Beispiele angeführt habe, so gibt es noch viele hundert Leute, die Beispiele in Menge beibringen können, welch schlimme Krankheiten die Impfung sehr häufig nach sich zieht. Die Impfung soll den Zweck haben, Krankheitsstoffe auszuleiten. Nun frage ich: Hat den jedes Kind kranke Stoffe in sich? Muß bei jedem die Ausleitung vorgenommen werden? Oder gibt es auch Kinder, die das nicht nötig haben, die gesund, d. h. frei von Krankheitsstoffen, auf die Welt kommen? Zweitens frage ich: Kann man auf keine andere Weise den Krankheitsstoff herausbringen? Die Tiere des Feldes und des Waldes, die Hasen, Rehe, Hirsche u.s.w. Werden auch nicht geimpft; sie haben keinen Tierarzt, keine Apotheke, doch ist der Bock, die Geiß, die man schießt, ganz gesund.

Ich wiederhole, daß uns das Wasser, wenn es richtig angewendet wird, die beste Hilfe bringen wird. Zwei einzige Male ein Hemd, in Heublumenwasser getaucht, angezogen und in Wolldecken gepackt, leitet mehr Krankheitsstoffe aus dem Körper als alles sündhafte Gift, das man ihm einimpft.

Wenn ich Hausvater wäre, würde ich es so machen. Das Kind gehört der Mutter, dann dem Vater, und sie sollten mit dem Kinde verfahren, wie sie es für richtig halten. Da aber die aus dem Volke gewählten Abgeordneten in der Mehrzahl für das Impfen eingenommen sind, so darf man nichts sagen. Was ist bei einem in Folge des Impfens skrofulös (Anmerkung: Lymphdrüsenschwellungen) gewordenen Kinde zu tun?

Man soll demselben wöchentlich ein- bis zweimal ein nasses Hemd anziehen, es viermal ins Wasser tauchen und ihm zwei Vollgüsse geben.

Es bringt eine Mutter ihr Kind, fünf Jahre alt, allseitig verkrüppelt, mit bösen Augen, daß es beinahe blind ist. Geschwüre sind an Augen und Ohren und mehreren Teilen des Körpers – ein wahres Musterbild von verschiedenem Elend! Die Mutter erzählt, sie habe fünf Kinder, die vollständig gesund sein; auch dieses Kind sei ganz gesund gewesen bis zur Impfung; aber am ersten Tage nach derselben sei es erkrankt, und im Verlaufe mehrerer Jahre habe sich das große Elend entwickelt. Man könnte wirklich eine Unzahl an Fällen aufweisen, wie die Kinder durch dieses Gift die elendesten Krankheiten eingepflanzt bekommen. Aus der großen Anzahl nur ein Beispiel, das über die üblen Folgen des Impfens niedergeschrieben ist:

„Mein nunmehr zwölfjähriger Sohn“, schreibt ein Studienlehrer, „war ein blühendes, kräftiges und schönes Kind, bis es, ein Jahr alt, geimpft wurde. Das zur Privatimpfung bestimmte Kind war zur Entnahme des Impfstoffes nicht erschienen, und nun wurde der Impfstoff von einem schwächlichen, elend aussehenden Kinde einer armen Mutter genommen. Schon in den nächsten Tagen wurde unser bisher so gesundes Kind leidend und höchst unruhig. Der ganze Kopf bedeckte sich mit hohen Beulen, welche in Eiterung übergingen und wiederum anderen Platz machten. Tag und Nacht schrie das Kind und konnte nicht schlafen. Auch ein anderes, vom gleichen Kind geimpftes Kind bekam denselben Ausschlag. Auf Anordung des Arztes erhielt mein Kind ein ganzes Jahr lang täglich Salzbäder, bis die Beulen am Kopfe schwanden. Auch hatte es jahrelang im Gesichte rote Flecken, die schwanden und wiederkehrten. Seitdem ist das Blut des Kindes sehr hitzig. Es ist ganz aufgeregt, es ist ganz anders als meine zwei kerngesunden Kinder. Beim geringsten Unwohlsein bekommt es starkes Fieber. Alle Kinderkrankheiten, die es durchzumachen hatte, traten bei ihm heftiger auf als bei anderen Kindern. Nur durch kalte Wicklungen, mit welchen das Kind seit seinem ersten Lebensjahre behandelt wird, konnten dieselben behoben werden. In diesem Jahre, bei der zweiten Impfung, die mit Kuhlymphe geschah, wurde der Knabe wieder acht Tage schwerkrank; er bekam starkes Fieber, und der Arm schwoll hoch an, wiederum ein recht trauriges Bild. Auch hatte er am Hinterkopfe seit langem eine Reihe Geschwüre, welche verschwanden und wiederkehrten und die auch jetzt in der Achselhöhle sich zeigen. Der Schlaf ist immer unruhig. Auch das oben erwähnte Kind wurde bei der zweiten Impfung wieder krank.“

 

Wie diese Beispiele, so könnten noch viele ähnliche mitgeteilt werden; Wunder wäre es keines, wenn in Folge solcher Tatsachen eine große Unzufriedenheit mit dem Impfzwange im Volke entstände.

 

Ein Bauer aus Altbayern erzählte: „Ich habe ein Kind zuhause, das am ganzen Körper geschwollen ist. Die Füße sind ganz dick, der Leib ist doppelt so dick als er sein sollte, der Kopf wie der Oberkörper, alles ist angeschwollen. Das Kind ist schon seit dreiviertel Jahre nicht mehr gesund. Das Elend steigert sich von Woche zu Woche. Es bekommt bald da, bald dort kleine Geschwüre, die schnell aufbrechen, jedoch alsbald wieder zuheilen, und ihnen folgen wieder an anderer Stelle solche Geschwüre. Ich war in München bei drei Ärzten, habe noch andere Ärzte gefragt und gesucht, wo ich glaubte, Hilfe zu finden, aber immer vergebens.“

Dem Bauer riet ich: Sieden sie Heublumen, eine halbe Stunde lang, tauchen sie in diesen Absud ein leinenes Hemd ein, wringen sie es aus, leben sie es beim Kinde an und wickeln sie es in eine wollene Decke, in welchen Wickel sie es eineinhalb Stunden lassen; so machen sie es täglich zweimal! An jeden dritten Tage lassen sie das Kind solch ein Heublumenbad nehmen, wobei möglichst viele Heublumen im Wasser bleiben. Das Wasser sei so warm, daß das Kind gerne hineingeht und gerne zwanzig bis dreißig Minuten darin verbleibt.

Nach vierzehn Tagen war das Kind schon ziemlich normal und heiter, bekam Appetit, und die weiteren Anwendungen waren folgende: jeden dritten Tag war das Kind wieder einzuwickeln, eine Stunde lang, am vierten Tag in ein warmes Bad zu bringen, aber vom warmem Wasser aus recht tüchtig abzuwaschen. So wurde zehn bis vierzehn Tage fortgemacht, dann war das Kind ganz gesund.

 

 

Wider den Impfzwang

Aus: Kneipp-Blätter – Zeitschrift für arzneilose Heilmethode und naturgemäße Lebensweise. Herausgeber: Ludwig Auer, redigiert von Bonifaz Reile. 1909 und 1910 (S. 151).

Mit Bild eines verstorbenen Kleinkindes.

 

Wenn ich als Frau heute in einer öffentlichen Angelegenheit die Feder ergreife, so geschieht es nicht, um der sogenannten Frauenfrage das Wort zu reden.

 

Ihr Mütter, die ihr oft unter unsagbaren Leiden (verschuldet durch falsche Lebensweise und falsche Erziehung) eure Kinder zur Welt bringt – ihr Mütter, die ihr manche Nacht eurem kranken Kind geopfert, um es nach bangen und sorgenvollen Stunden jubelnd wieder genesen ans Herz zu drücken: wo ist eure Logik, wo eure Liebe, daß ihr nicht einmütig front macht gegen den Schandfleck unseres Jahrhunderts, den Impfzwang?

Ihr Frauen, die ihr wißt, wie schädigend das Gift ist, das euren Lieblingen eingespritzt wird, wie könnt ihr es übers Herz bringen, die armen Opferlämmer dennoch zu Schlachtbank zu führen, um euer Gewissen damit zu beruhigen, daß schon so und so viele schadlos geimpft worden seien. Wißt ihr denn dies so bestimmt? Muß sich denn dieser Fluch sogleich erfüllen? Freilich, wenn nach Jahren Krankheiten bei euren Kindern ausbrechen, dann denkt ihr nicht mehr an die Vergiftung, deren Schuld und Rache ihr mittragt. Da wälzt ihr die Krankheitsursache lieber auf die widersinnigsten Dinge, auf unser Hauptheilmittel, die Luft, den Genuß frischen Obstes usw.

 

Ich verhehle mir nicht, daß durch die heutzutage herrschenden Zustände die weniger Bemittelten und die Armen erst recht zum Impfen gezwungen werden, weil sie nicht imstande sind, den sich rasch wiederholenden Geldstrafen genüge zu tun, aber ich rufe euch um Hilfe an, ihr Mitschwestern, damit wir wenigstens unseren Nachkommen die Wege ebnen. Die gefährlichsten Menschen in allen Dingen sind die gleichgültigen und denkfaulen, denn dies ist der sogenannte große Haufen. So überlassen eben leider auch die meisten Frauen die Entscheidung über die Impffrage den Männern und glauben damit, ihre Pflicht erfüllt zu haben. Es liegt mir auch nichts ferner, als meine Mitschwestern gegen ihre Ehegatten aufreizen zu wollen, die Frau sieht ja meist alles mit den Augen des Mannes, aber wenn ihr Mann noch blindlings dem Impfzwang huldigt, so lassen Sie nicht nach, mit bitten, drängen und überzeugendem Aufklären, bis auch er Gegner dieser Schandtat geworden ist.

 

Wir haben die heilige Mission, unsere Mutterpflichten in vollstem Umfange zu erfüllen; wer es wirklich ernst mit denselben nimmt, muß sich aber vor allen gegen diese schädigenden Zwang auflehnen. Ich liebe von jeher den Frieden über alles, der Gedanke an das Impfen aber macht mich zu rasenden Löwin, der man ihr Junges rauben will. Darum flehe ich euch an, ihr deutschen Frauen, laßt uns wie Löwinnen kämpfen, bis wir den gefährlichen Impffreunden, den gesetzlich geschützten Schädigern unserer Lieblinge siegreich ihre Beute abgerungen haben!

 

Auch mir schlummert ein holder Knabe in der Wiege; mein Herz blutet, wenn ich denke, daß dies unschuldvolle Geschöpf vielleicht geopfert werden könnte, doch ich habe mir geschworen, und sollte es mich aus der Heimat in ein freieres Land treiben, mein Kind muß geschont werden! Oh möchten doch alle Mütter einmütig dasselbe denken und sich überzeugen lassen, wie selbst viele ihrer verherrlichten „Weltweisen“ Impfgegner geworden sind und ihr, ihr Mitschwestern, denen die süße Wonne, Mutter zu sein, versagt blieb, legt nicht tatenlos die Hände in den Schoß, helft uns, fühlt mit uns!

Zur Kaiserin wie zur Bettlerin dringe mein Ruf, nieder mit dem Impfzwang!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tod infolge Impfung

Ein 1 ¾ jähriger Knabe aus Hannover, vor der Impfung völlig gesund. Geimpft am 21. September 1908, gestorben am 18. Oktober 1908.

Ein Opfer von vielen.